Mein Sternenkind Leipzig

Trauerbewältigung bei Verlust eines Ungeborenen oder Neugeborenen

Dies ist ein Angebot zur Trauerbewältigung bei Verlust eines Ungeborenen oder Neugeborenen, das von Ehrenamtlichen organisiert und betreut wird. Es sind alle Eltern von Sternenkindern und Schmetterlingskindern aus Leipzig und Umgebung eingeladen, ihre Erfahrungen, Gedanken, Gefühle einzubringen.

Niemand versteht die trauernden Eltern so gut wie selbst Betroffene. Nach dem Tod unseres Babys brauchen wir das Beisammensein mit Menschen, die wissen, wie es uns geht. Trauer und Tränen möchten gesehen und gehört werden. Das Erzählen über unser Kind beendet die Trauer und den Schmerz nicht, aber es wird leichter, viel leichter.

Beim SternenelternTreff und unseren Workshops können wir gemeinsam Erfahrungen teilen, uns Begleiter und Tröster sein und uns Mut und Kraft geben.

 

Der SternenelternTreff  ist ein offenes Angebot und findet am ersten Dienstag im Monat statt. Es bietet sich hier die Möglichkeit sich mit gleichbetroffenen Eltern auszutauschen. Es ist keine bestehende Gruppe und die TeilnehmerInnen wechseln. Meist finden sich in dieser Runde Eltern zusammen, deren Kinder gerade verstorben sind und sie sich in den ersten Wochen ihrer Trauer befinden. Diesen SternenelternTreff gibt es nun seit fast drei Jahren und wir haben viele Eltern kennengelernt und auf ihren ersten Schritten begleitet.

Aktuelles

Liebe Sterneneltern,

 

am 06.07.2021 findet unser nächster SternenelternTreff wieder in Präsenz statt.

Bei unserem letzten Treffen im Juni konnten wir uns nach Monaten endlich wieder physisch sehen und zusammensitzen, uns über unsere Kinder und unsere Trauer austauschen und der Trost war soviel größer als online. Es war eine schöne Erfahrung und bestärkt uns, unsere Arbeit weiter fortzuführen.

Wir haben gesehen, dass es mit einem ensprechenden Hygienekonzept auch in diesen besonderen Zeiten möglich ist, uns in der Gruppe gegenseitig zu stärken, zuzuhören und die Gemeinschaft zu sprüren. Das freut uns sehr!

In unserem großen Raum, können wir entsprechend Abstand halten, wir dokumentieren die Kontaktdaten und bitten alle, einen Test vorher durchzuführen.

Möchten Sie bei unserem nächsten SternenelternTreff dabei sein, dann, melden Sie sich bitte bei uns über die Emailadresse an, damit wir gut planen können und ebenfalls, wenn Sie Fragen haben.

 

Wir freuen uns auf Sie!

 

Alles Liebe Ivonne Urban und Anja Kater

 

geschrieben am 12.06.2021

Kinderlos ist nicht gleich kinderlos - Eine Petition von Ivonne Urban

Ivonne Urban ist Mitorganisatorin der Selbsthilfegruppe Mein Sternenkind Leipzig und und möchte mit ihrer Petition auf die Erhöhung des Pflegebeitrags für Kinderlose und damit auch für ungewollt Kinderlose aufmerksam machen. Sie möchte eine Differenzierung und damit einen Zusatzeintrag „ungewollt Kinderlose“ im Sozialge­setz­buch erreichen und damit die Sichtbarkeit von ungewollt Kinderlosen in der gesellschafftlichen Wahrnehmung steigern.


Am Samstag den, 12.06.2021 erschien folgender Beitrag über ihr Projekt in der taz - https://taz.de/Archiv-Suche/!5774658&s=kinderlos&SuchRahmen=Print/

 

Kein Minister sorgt zur Zeit für so viel Diskussion wie Gesundheitsminister Jens Spahn. So auch beim Thema Pflegeversicherung und der geplanten Mehrbelastung für Kinderlose. Um 0,1 Prozentpunkte soll der Beitrag für Kinderlose steigen, in vielen Medien wie auch auf Social Media wurde das kommentiert. Besonders im Fokus: Ungewollt Kinderlose.

 

Auch Ivonne Urban ist ungewollt kinderlos und wünscht sich, dass seelische Belastungen der Betroffenen gesellschaftlich wahrgenommen werden: „Wenn nur von Kinderlosen gesprochen wird, wächst der Druck auf diejenigen, die eigentlich Kinder kriegen wollen.“ Deshalb hat die 41-jährige Leipzigerin Anfang dieser Woche eine Petition gestartet: „Pflegebeitrag für Kinderlose – Differenzierung ‚ungewollt kinderlos‘ und ‚kinderlos‘ im Sozialgesetzbuch“.

 

Seit Tagen steht sie früher auf und setzt sich auch nach der Arbeit als Bauingenieurin an den PC, um auf Instagram für ihre Petition zu werben und mit Nut­ze­r:in­nen zu diskutieren. Bis Freitag haben 140 Menschen die Petition unterschrieben.

 

Die Unterscheidung zwischen „kinderlos“ und „ungewollt kinderlos“ ist für Ivonne Urban ein Unterschied, den sie schriftlich haben möchte: „Es ist okay, wenn man keine Kinder will. Aber ungewollt Kinderlose wollen aktiv schwanger werden. Das sollte angesprochen werden.“ Weil das oft nicht der Fall ist, fühlen sich Urban und andere ungewollt Kinderlose stigmatisiert: „Man fühlt sich nur von den Betroffenen, die die gleichen Schicksale erlebt haben, verstanden.“

 

Urban selbst versucht seit ihrem 22. Lebensjahr Kinder zu bekommen. Mit 38 wurde sie mit Zwillingen schwanger. Sie starben im vierten Monat: „Das war ein großer Wendepunkt in meinem Leben“, sagt Urban. Sie versteht sich als Sternenmutter, die Kinder als Sternenkinder – Kinder, die vor, während oder früh nach der Geburt starben.

 

Ivonne Urban erzählt, dass sie oft Stummheit begegnete, wenn sie davon erzählte: „Oft wussten meine Gesprächspartner nicht, was sie sagen sollten. Das hat mich wütend gemacht. Bis ich verstanden habe, dass da eine Hilflosigkeit ist. Wir gehen mit dem Thema Tod und Trauer nicht so richtig um in der Gesellschaft.“

 

Deshalb spricht sie jetzt offensiver darüber: „Wenn mich jemand fragt, ob ich Kinder habe, antworte ich, dass ich Sternenmama bin. Dass das okay ist und ich mich gerne mit dem Thema Tod und Trauer beschäftige, weil es wichtig ist, dass wir das in unser Leben integrieren.“ Urban machte damit gute Erfahrungen und erhofft sich von der Petition, dass sie die Anerkennung von ungewollt Kinderlosen erhöht. Was sie explizit nicht möchte, ist eine Änderung des Pflegebeitrags.

 

Auf ihre Petition reagierten viele verletzend, sagt Ivonne Urban: „Eine Person aus dem näheren Umfeld ist der Meinung, dass ich das nicht medial diskutieren sollte, sondern in internen Gruppen.“ Dabei engagiert sich Urban bereits in zwei Selbsthilfegruppen, hört zu, tröstet und spricht Mut zu. „Dass diese Person so reagiert, bedeutet für mich: Die Betroffenen sollen unter sich bleiben und die Öffentlichkeit damit nicht belasten.“

 

Immer wieder höre sie auch von anderen Kinderlosen, dass sie verletzende Kommentare erreichen: „Selbst wenn das Gesetz nicht geändert wird, habe ich vielleicht trotzdem die Öffentlichkeit erreicht“, sagt Urban.

 

Nicole Opitz


Unter diesem Link https://www.openpetition.de/!tnpyw gelangen Sie direkt zur Petion und zur Möglichkeit, diese durch Ihre Unterschrift zu unterstützen.

 

Vorhaben für 2021 - Gründung einer Neuen Gruppe

In diesem Jahr möchten wir zusätzlich eine Gruppe gründen, in der sich Sterneneltern zusammenfinden können, bei denen der Verlust des Kindes mehr als ein halbes Jahr oder schon einige Jahre her ist. Wir sind zwei Mütter, deren Kinder 2017 und 2018 verstorben sind und wir möchten gern eine feste Gruppe anbieten, die sich längerfristig und regelmäßig begleitet. In der Rückschau können wir sehen, dass sich die Trauer verändert mit der Zeit und andere neue Aspekte der Trauer sich zeigen. Zum Beispiel kann es Veränderungen in der Partnerschaft geben. Meist verändert sich der Freundeskreis, da der Tod eines Kindes schwer mitzutragen ist für die meisten Menschen. Man überdenkt seinen Job, macht der mich wirklich glücklich. Oder man stellt sich tiefere Fragen zum Sinn des Lebens. Dies geschieht aber erst im Prozess der Trauer und tritt meist erst nach dem ersten Trauerjahr, wenn der Boden unter den Füßen nicht mehr ganz so schwankt ein.

Auch möchten wir dadurch den Kreis damit erweitern, der die Selbsthilfegruppe mitträgt und die Möglichkeit geben sich ehrenamtlich zu engagieren. Es macht sehr froh etwas für Andere zu tun!

Außerdem könnten wir, wenn wir mehrere Personen mit unterschiedlichen Potenzialen sind, unseren Wirkungskreis und unser Angebot erweitern. Es gibt Anfragen von Bestattungsinstituten und Krankenhäusern, die an einem Austausch interessiert sind. Wir könnten mit Pränatalpraxen und Ärzten zusammenarbeiten. Noch mehr Angebote bis hin zu einer Notfallhotline anbieten. Und vielleicht sogar einen Verein gründen und so arbeiten wie zum Beispiel Hope's Angel. Das wäre toll.

Wenn Sie dies anspricht, melden Sie sich bei uns und werden Sie Teil dieses schönen Projektes.

Bilder für das Leben danach

DEIN STERNENKIND wurde Anfang 2013 durch Kai Gebel ins Leben gerufen und bietet Erinnerungsfotos als ein Geschenk für Eltern, die entweder ein bereits totes Baby auf die Welt bringen müssen oder denen der Tod des Neugeborenen unausweichlich bevorsteht. Inzwischen besteht die Initiative aus über 600 Fotografen, die kostenlos ihre Zeit für die Eltern zur Verfügung stellen.

Quelle: www.dein-sternenkind.eu

 

Der direkte Link zum ANFORDERUNGSFORMULAR für einen Fotografen ist dieser http://www.dein-sternenkind.eu/DSK-ANFORDERN-MAIL-NEU/index.php

Die NOTFALLNUMMER 24/H Koordination ist +49 6257 918 500 9

Beratungsstellen in Leipzig

Professionelle und begleitete Beratung finden Sterneneltern in Leipzig bei folgenden Beratungsstellen:

 

  • Die Beratungsstelle des DRK bietet einen Rückbildungskurs mit Trauerbegleitung und auch Einzelberatung. Der Kontakt ist Cornelia Weller, DRK-KV Leipzig Stadt e.V. Beratungsstelle für Schwangere und Familien/Fachberatungsstelle Pränataldiagnostik, Brandvorwerkstraße 36a, 04275 Leipzig, 0160/71 92 245, cornelia.weller@drk-leipzig.de